Der stationäre Handel stirbt mal wieder …

… und wieder einmal ist der Online-Handel daran Schuld. Heute ist es mal das Handelsblatt das den Nachruf verfasst. In der heutigen Ausgabe beleuchtet das Handelsblatt das Sterben der Shopping Center aus der Sicht der Immobilien Investoren. Allerdings zeigt man auch hier offenbar keinerlei Pläne die Zeichen der Zeit zu erkennen. Waren es doch vor Jahren gerade die Shopping-Center, die den damaligen Einzelhandel „gekillt“ haben. Und auch damals schon hatten es Geschäfte in schlechten Lagen schwer (Sub-Headline des Artikels „- Ladenlokale in schlechten Lagen haben es schwer.“). Entschuldigung, aber das war schon immer so.

Und es war auch schon immer so, dass gute Lagen aus irgendwelchen Gründen plötzlich schlechte Lagen wurden. Auch die Immobilien Investoren haben schon immer unter solchen Veränderungen gelitten, wenn sie nicht rechtzeitig erkannt haben, was die Trends sind. Da kann der Online-Handel erstmal gar nicht für.

Es ist an der Zeit zu erkennen, das der Online-Handel sogar dem stationären Handel nützen kann. Hier fallen mir auf die Schnelle einige Punkte ein:

Shopping Center haben die Kunden aus den Einkaufsstraßen heraus gelockt. Oftmals bis auf die viel zitierte „grüne Wiese“. Gelungen ist das mit einem zwar großen Angebot unter einem Dach, aber auch mit Kampfpreisen, die von traditionellen Händlern nicht gehalten werden konnten. Übrigens klagte damals die Immobilien Branche über den Preisverfall in den Innenstädten. Heute stimmt das Angebot in den (viel zu vielen) Shopping Centern nicht mehr. Die Qualität auch nicht. Erst ruinierten sich in den Centern Geschäfte wie Schlecker, Roßmann, DM und Co. gegenseitig. Inzwischen kämpfen Geschäfte wie KiK, NKD etc. um die Gunst der Käufer, die für 1,00€ einen Zehnerpack Socken oder 5 T-Shirts haben will. Moralische Aspekte dieser Produkte lasse ich hier mal außen vor. Kunden, die heute einfach keine Lust mehr haben mit dem Auto an den Stadtrand zu fahren um zu bummeln, kaufen halt lieber bequem online und ihr viel zitiertes Shopping Erlebnis holen sie sich wieder verstärkt in den Innenstädten.

Amazon tötet den Buchhandel? Nein, denn 1. ist Amazon auch Buchhandel, 2. leiden darunter vielleicht die großen „Buch-Supermärkte“, wie z.B. Thalia, aber 3. kommt genau das dem „Buchhändler um die Ecke“ wieder zu Gute. Denn seine Kenntnisse, seine Liebe zu Büchern und sein Service können bisher weder von Online Buchhändlern, noch von Aushilfskräften in Supermärkten ersetzt werden. Auf diese Weise kann der traditionelle (Buch-) Handel durch Online seine Renaissance erleben. Der Handel sollte also schnell erkennen, was seine Kunden wollen und nicht ständig nach Schuldigen suchen.